Der Jugendstil im Möbelbau

"Jugendstil" ist der deutsche Begriff für eine Stilepoche der Kunstgeschichte, die um 1890/95 aufkommt und bis in die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts reicht.

In Deutschland wird die neue Kunstrichtung nach der in dieser Zeit gegründeten Zeitschrift „Jugend“ benannt, die sich für die Verbreitung des Stils engagiert und zum frühen Forum dieser Bewegung wird. In Frankreich und Belgien, wo sich das Streben nach dieser neuen Formgebung und Gestaltungsweise besonders intensiv entfaltet, wird der gleiche Stil als „Art Nouveau“ bezeichnet. Die Österreicher nennen ihn „Sezessionsstil“, die Holländer „Nieuwe Kunst“ und die Nordamerikaner „Modern Style“.

Charakteristisch für den Jugendstil sind vor allem die stark stilisierten Naturformen mit überwiegend floraler Gestaltung. Das florale Element umspielt die Kontur, die dabei oft selbst zum Ornament wird. Im Gegensatz zu den vorherigen Stilen verwendet der Jugendstil größtenteils formgebundene Applikationen und lässt mit vegetabiler Motivik die Intarsie wieder aufleben.

Neben Eiche und verschiedenen Weichhölzern kommen im Jugendstil auch Nussbaum, Kirschbaum und exotische Hölzer vor. Der Einsatz von Glas – oftmals kunstvoll eingefärbt – wie auch von Spiegeln erreicht eine neue Dimension.
(Quelle: Rainer Haaff – Gründerzeit und Jugendstil)