Die Stilphase Louis-Philippe im Möbelbau

Antiquitäten des zweiten Rokoko werden allgemein auch als Louis Philippe Möbel oder Spätbiedermeier Möbel bezeichnet. Diese Bezeichnungen sind nicht falsch, denn die Stile entwickeln sich parallel, bauen aufeinander auf und vermischen sich untereinander.

Im zweiten Rokoko sind die Elemente des Biedermeier zwar noch ersichtlich, jedoch werden sie ergänzt durch Schnitzereien im Gesims, gedrechselte Säulen und geschwungene Zargen. So wird die klare Struktur des Biedermeier aufgelöst und man bekennt sich – am Rokoko orientiert – wieder zum prunkvollen und opulenten.

[…]Qualitativ halten diese Möbel, die für die Bürgerschicht gefertigt wurden, allerdings in den seltensten Fällen mit ihren Vorbildern aus dem 18. Jahrhundert mit. Was im 18. Jahrhundert in Gold gehalten ist, kommt im bürgerlichen Louis-Philippe in dieser Art nicht vor. Auch das teure Bronzebeschlagwerk wird meistens durch wesentlich günstigeres Messing ersetzt und aufwendige Intarsienarbeiten bleiben oft ausgespart. Dieses und eine allgemeine Formreduktion bewirken die Erschwinglichkeit der Louis-Philippe Möbel. […] (Quelle: Rainer Haaff – Eichenmöbel)

Das zweite Rokoko kennzeichnet sich durch eine ruhig bewegte Grundform mit Stilmerkmalen wie Voluten, Ovalformen, gespiegelten Furnieren, Drechselarbeiten und bekrönendem Rocaillen-Schnitzwerk.

Häufig verwendete Holzarten sind, ähnlich wie im Biedermeier, Kirschbaum, Nussbaum, Esche, Birke und Mahagoni. Teilweise werden die Hölzer massiv verwendet, häufiger aber als Furnier auf Weichholz aufgebracht.