Die Stilphase des Rokoko im Möbelbau

Die Bezeichnung „Rokoko“ leitet sich aus dem Begriff der „Rocaille“, einem muschelförmigen, meist asymmetrischen Dekorationselement her. Rokoko als Stil bezeichnet die Spätphase des Barock und umfasst etwa die Zeitspanne von 1730-1770. Barock und Rokoko existierten teilweise parallel, wobei sich das Rokoko aus dem Barock heraus entwickelte.

Das Rokoko setzte als erstes in Frankreich ein, als Gegenbewegung zum sehr schwer wirkenden Louis-XIV (Quatorze). Hier spricht man von der Epoche Louis-XV (Quinze), bezeichnet jeweils nach den herrschenden Königen.

Im Rokoko vollzogen sich die Möbel nur einem leichten Wandel verglichen mit dem vorangegangenen Barock. Wirkten die Barockmöbel noch schwer, groß und steng symmetrisch, so wurden diese Eigenschaften im Rokoko ersetzt durch asymmetrische Elemente, gegenläufige Schwünge und eine insgesamt leichter wirkenden Gestaltungsweise.

Die Formensprache der Möbel behielt ihre aus dem Barock stammenden Schwünge, wurde aber allgemein leichter und damenhafter. Asymetrische Elemente geben dem Rokoko seinen Charakter. Geschnitzte Voluten und schmiedeeiserne Rocaillen wurden genauso stilprägend wie intarsierte Vögel, Blumen und Schmetterlinge.