Giocomo Wannenes. Mobili d’Italia. L’Ottocento. Storia, Stili, Mercato.
Mailand: Arnoldo Mondadori Editore, 1987. ISBN 8804301139.
Der Autor vergleicht die italienische Möbelkunst des 19. Jahrhunderts mit den Stilvorbildern aus Frankreich. Jedes Möbelstück wird aus stilistischer, kunsthistorischer und marktbezogener Perspektive untersucht, um sowohl Fachleuten als auch interessierten Laien einen breiten Überblick über die Entwicklung vom Empire bis zum Jugendstil zu vermitteln. Das Buch zeigt, wie sich die unterschiedlichen Stilrichtungen des 19. Jahrhunderts – etwa Empire, Restauration, Luis Philippe, Napoleone III und Art Nouveau – sowohl in Frankreich als auch in Italien ausprägten.
Der einleitende Text skizziert die politischen und kulturellen Umstände, die die italienische Möbelproduktion des 19. Jahrhunderts prägten. Nach dem Wiener Kongress von 1815 setzte sich auch im Möbelbau ein Modernisierungsprozess in Gang: Die Fertigung wandelte sich vom kunsthandwerklich geprägten Einzelstück zunehmend zur arbeitsteiligen Produktion. Der Einfluss Frankreichs blieb dominant, insbesondere im frühen 19. Jahrhundert, gleichzeitig entstand eine neue bürgerliche Nachfrage nach funktionalen und kostengünstigen Möbeln. Die industrielle Entwicklung führte zu einem Rückgang handwerklicher Qualität, förderte aber zugleich eine vielseitige Stilproduktion, deren Formen sich aus vielen früheren Epochen speisten.


