Die Stilphase des Barock im Möbelbau

Der Begriff „Barock“ leitet sich vom französischen „baroque“ her und bedeutet wörtlich übersetzt soviel wie schief, unregelmäßig und sonderbar, aber auch schwülstig oder lächerlich. Die Bezeichnung wurde erstmalig im einsetzenden Klassizismus verwendet um die eigentümliche Formensprache jener Zeit zu beschreiben. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird der Begriff als Stilbezeichnung für die ganze Epoche verwendet.

Das Barock teilt sich in Frühbarock (ab 1600), Hochbarock (ab 1650) und Spätbarock (ab 1690). In Deutschland kam es erst ab 1700 zur vollen Entfaltung eines zwar sehr späten, dafür aber glanzvollen Barock.

Im Barock vollzog die bis dahin sehr beliebte Truhe den Wandel hin zur Kommode. Die am meisten verwendeten Hölzer waren Eiche und Nussbaum, wobei auch die Technik des Furnierens immer mehr an Bedeutung gewann.

Die Form der Möbel variieren regional sehr stark, daher kann man barocke Möbel sehr gut bestimmten Regionen zuordnen. Allgemein kann man sagen, dass geschwungene, symmetrische Formen beliebt waren. Gespiegelte Furniere, Intarsien und Einlegearbeiten in Elfenbein gaben den Möbeln ihren besonderen Charakter. Besonders die sogenannte Bandelwerkmarketerie ist typisch für die deutschen Barockmöbel. Zusätzlich aufgebrachter Bronzezierrat wurde in aufwendiger Technik feuervergoldet.

Die Schlösser und Beschläge waren kunstvoll geschmiedet und oftmals fein ziselliert. Befestigt wurden sie mit geschmiedeten Nägeln oder handgefeilten, an den Köpfen einfach geschlitzten Schrauben.