Restaurierung eines antiken Sessels


Polstermöbel sollen in erster Linie gemütlich und bequem sein. Wer sich für einen antiken Sessel entscheidet, möchte diesen aber meist auch als gestalterisches Element im Raum verwenden.

Sowohl der Sitzkomfort, als auch das Aussehen des Möbelstückes verändern sich im Laufe der Jahre und das nicht unbedingt zum Positiven. So kann die Polsterung weich werden und die Sprungfedern und Gurte verlieren an Spannung. Hinzu kommen Beschädigungen am Holz durch Putzen und Lichteinfall, Verfärbungen, Abplatzungen und Verschmutzungen. Vielleicht gefällt nach Jahren der Benutzung auch der Stoff nicht mehr, der durchgesessen und vom Muster außer Mode ist.

Nun ist es an der Zeit für eine Restaurierung!

Einen rundum gepolsterten Sessel nennt man auch "Bergere"

Bei dem hier beschriebenen Möbelstück handelt es sich um eine schöne Empire-Bergere aus Birkenholz mit geschnitzten Widderköpfen. Gebaut wurde er um 1820-1830 wohl in der Region des damaligen Ostpreußen, heutiges Polen oder Baltikum.

Das massive Birkenholz des Sessels war kaum mehr als solches zu erkennen, da es bei einer früheren Restaurierung wohl mittels einer dem Schellack beigemischten Beize sehr stark nachgedunkelt wurde.
Im Zuge der damaligen Restaurierung wurde auch der Polsterstoff aufgezogen. Die Polsterung selbst war noch gut erhalten und stabil. Auch die Konstruktion des Sessels war noch gut in Ordnung.


Für den Kunden war es ganz wichtig, dass der Sessel auch nach der Restaurierung seinen alten Charme behalten sollte. Kleinere Unebenheiten im Holz, die sogenannte plastische Patina, sollte unbedingt erhalten bleiben. Ein dunkler, der Struktur von Rosshaar ähnelnder Bezugsstoff sollte als Kontrast zum Birkenholz stehen.

Dunkel gebeiztes Holz aufhellen

Im ersten Schritt der Restaurierung haben wir den alten Schellack mit Alkohol entfernt. Zum Säubern benutzen wir mit Alkohol getränkte Schwämme, bei stärker verschmutzten Stellen nehmen wir sehr feine Stahlwolle mit einer Körnung von 00 zu Hilfe. Geschnitzte Elemente werden mittels feiner Bürsten gereinigt. So bekam das Birkenholz seinen hellen Farbton zurück.

Nachdem diese Arbeiten erledigt waren haben wir Abplatzungen des Holzes mit dickem Sägefurnier aufgefüllt, größere Dellen und Risse wurden gekittet. Die ausgebesserten Stellen lassen sich mit verdünnter Beize farblich anpassen.

Das nun rohe und gesäuberte Holz haben wir alschließend mit einer Schellackpolitur versiegelt. Das Schöne an einer Schellack-Handpolitur ist, dass die ersten Schichten ins Holz eindringen. Durch weitere aufgetragene Schichten erzielt man den gewünschten Glanzgrad. So wirkt die Oberfläche nicht wie eine aufliegende Deckschicht, sondern es sieht so aus, als wenn das Holz selbst glänzt. Ganz sanft und natürlich. Es ist einfach ein wunderschöner Effekt und mit keiner aufgespritzten Lackierung zu vergleichen. Schellack ist außerdem auch die zur Entstehungszeit des Möbelstückes gebräuchliche Versiegelungsart, passt also auch im historischen Kontext hervorragend zum Sessel.

Welcher Polsterer restauriert antike Sessel?

Die Polsterarbeiten führen wir nicht selbst durch, sondern geben sie an eine Polsterwerkstatt, die langjährige Erfahrung mit antiken Sitzmöbeln hat. Gerne vermitteln wir Ihnen den Kontakt zum Polsterer unseres Vertrauens oder kümmern uns für Sie um die Durchführung der Polsterarbeiten. So haben Sie auch weiterhin "alles aus einer Hand"...

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