Sachsen
Zwetschge, Nussbaum u.a.
um 1780
Maße: H x B x T: 84 x 126 x 57 cm
Beschreibung:
Antike Klassizismus Kommode in typischer Dresdener Gestaltungsweise des späten 18. Jahrhunderts.
Auf sich nach unten verjüngenden Vierkantbeinen bauen die schräg gestellten Lisenen auf. Den Übergang von Bein zu Korpus markieren kontrastreich eingelegte Dreiecksdekore im Quadrat, die uns auch noch an anderen Stellen des Möbels in ähnlicher Form begegnen werden.
Die Möbelfront ist durch die drei Schubladen gegliedert. Zwetschgenholz bildet den äußeren Rahmen der Schubkastenfronten, darauf folgen vier schmale Bänder aus Mooreiche, Ahorn, Mahagoni und wieder Ahorn. Das Nussbaumfurnier in dem so gerahmten Feld ist symmetrisch verlegt und wird kontrastiert von den hellen Schlüsselschildern in Wappenform, die in einer älteren Restaurierung an die Stelle des vormaligen Bronzezierrates traten.
Die Sockelleiste, die Traversen und der Plattenrand tragen mit ihrer feinen Marketerie entscheidend zur Gestaltung des Möbelstückes bei.
Die Seiten der Kommode sind einfach gefeldert und in perfekt spiegelbildlich angeordnetem Maserungsverlauf furniert.
Absolut bemerkenswert ist auch die Deckplatte, deren spannendes Furnierbild, angefeuert durch die zeittypische Schellackpolitur, eine unglaubliche "Tiefe" entwickelt.
Die Deckplatte entspricht exakt der Farbgebung und Wärme von Möbelfront und Seiten - dass das auf manchen der beigefügten Fotos anders wirkt, liegt an den weiß reflektierenden Wänden, Boden und Decke im Fotostudio.
Das Grundholz des Möbels ist Eiche, sehr solide verarbeitet und der hohen Qualität des Möbels entsprechend.
Wissenswertes:
Die klassizistische Epoche, international bekannt als Époque Louis XVI, wird im deutschen Sprachraum als Zopfstil bezeichnet. Charakteristisch für die Möbel dieser Zeit sind eine kubisch-kantige Grundform sowie die klare Absetzung einzelner Bauteile gegeneinander.
Ein verbreitetes und auch für Dresdner Möbel typisches Merkmal sind außerdem die schlanken, konisch zulaufenden Vierkantbeine, die in Stollenbauweise bis unter die Deckplatte reichen und so furniert wurden, dass sie optisch als eigenständige Bauteile erscheinen, obwohl sie konstruktiv mit dem Möbelkörper verbunden sind. Auf dem Foto, das die Rückseite der Kommode zeigt, ist dies gut zu erkennen: Der hintere Stollen verläuft durchgehend bis nach oben.
Dank Brandstempeln von Schloss Pillnitz und Schloss Moritzburg (vgl. Gisela Haase, Dresdner Möbel des 18. Jahrhunderts, S. 213) lassen sich mehrere Marketerie-Möbel mit ähnlichen Gestaltungsmerkmalen zu einer stilistischen Gruppe zusammenfassen, deren Provenienzen sich allesamt aus sächsischen Schlossbeständen herleiten lassen.
Auch die hier angebotene Kommode fügt sich formal und technisch gut in diese Reihe ein. Die einzelnen Bauteile sind in geometrische Flächen gegliedert und durch feine Filetbänder voneinander abgesetzt. Gespiegelte Furnierflächen, besonders auf der Deckplatte sind ebenfalls zeit- und regionstypisch. All diese Merkmale machen die Dresdner Zopfmöbel zu einer eigenständigen Variante innerhalb des deutschen Möbelschaffens.
Zustand:
Aufgearbeiteter, alltagstauglicher Zustand mit einer Schellack Handpolitur. Die Schubladen laufen sauber und flüssig, die Schlösser funktionieren einwandfrei.
Preis: 3700,- €
Gisela Haase - Dresdener Möbel des 18. Jahrhunderts S. 213 und Kat. Nr. 60 und folgende
Artikel gefunden unter: Kommoden
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Norddeutschland
Mahagoni
Mitte 19. Jahrhundert

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Mahagoni
Empire um 1810

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Messing vergoldet
Baujahr 1979