Restaurierung und Schellackpolitur eines Biedermeier Sekretäres


Nussbaum ist ein Holz, das über die Jahre zum Ausbleichen neigt.
Das eigentlich kräftige und maserungsstarke Holz war in allen Epochen des Möbelbaus sehr beliebt. Als Furnier verarbeitet fand es Anwendung auf Biedermeiermöbeln wie Sekretären, Kommoden und Schränken.

Die gute Originalsubstanz ist viel wert

Der in diesem Beispiel vorgestellte Sekretär hatte eine gute originale Substanz, war allerdings in den frühen 90er Jahren einmal unfachmännisch aufgearbeitet worden. Der Tischler damals hatte die Oberfläche mit einem modernen Lackes versiegelt. Dieser Lack wurde über die Jahre milchig und spröde. Zudem war das Möbelstück lange Zeit der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt, wodurch das Nussbaumholz ausblich und die Farben wie ein Einheitsbrei ohne Kontraste wirkte.


In der Werkstatt angekommen wurde der Sekretär zunächst zerlegt; sprich, Klappe, Türen und Innenleben wurden demontiert um mit handlicheren Teilen arbeiten zu können.

Mit Abbeizer den Lack entfernen

Um den Lack zu entfernen gibt es zwei Möglichkeiten:
-mit Nitroverdünnung einweichen lassen und mit Spiritus abwaschen
-mit Abbeizer einstreichen und mit einer Ziehklinge abziehen.

Wir entschieden uns für die zweite Möglichkeit und haben, nachdem der Lack runter war alles mit Alkohol und feinster Stahlwolle gereinigt.
Nun konnten die tieferen Macken und Wurmlöcher mit Wachskitt geschlossen werden. Anschließend wurde die gesamte Holzoberfläche leicht angeschliffen und geglättet. Parallel dazu wurden notwendige Holzarbeiten durchgeführt. Die Laufleisten der Schubladen wurden erneuert, Löcher in der Rückwand wurden geschlossen.

Die Schellackpolitur

Nun konnte der Schellack zum Einsatz kommen.
Schellack gibt es in verschiedenen Farbabstufungen von Lemon bis Rubin. Bei dem Nussholz dieses Sekretäres war eine mittlere Farbnuance passend.
Die Schellackpolitur verläuft folgendermaßen:
Mit dem in Alkohol gelösten Schellack wird ein Stoffballen getränkt. Mit dem Ballen wird der Schellack nun in kreisenden Bewegungen auf das Holz aufgetragen. Die kreisenden Bewegungen sorgen für eine homogene Oberfläche mit stetig gleicher Dicke der Schichten. Dies geschieht in mehreren Arbeitsgängen mit jeweiligen Trockenzeiten. Daher spricht man auch von "mehreren Schichten Schellack". Die Kunst besteht darin, mit jeder neuen Schicht die vorherige leicht anzulösen und somit die Schichten zu verbinden.

Erst durch den Schellack wird deutlich, welch eine hervorragende Holzauswahl der Erbauer des Möbelstückes getroffen hat. Durch die gespiegelte Verarbeitung des Holzes entsteht ein wunderschönes Bild nicht nur außen, sondern auch im Innenleben des Sekretäres.


Gerne restaurieren wir auch Ihre antiken Möbelstücke. Farbton und Glanzgrad des Schellacks passen wir dabei Ihren individuellen Wünschen an.
Rufen Sie doch einfach an oder schreiben uns eine Mail!

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unrestaurierter Sekretär

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Nussbaum ausgeblichen

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Nussbaum Sonnenlicht

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Nussbaum aufarbeiten

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Sekretär Biedermeier Nussbaum

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Nussaum Schellack Politur

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Innenleben Sekretär