Mitteldeutschland
Nussbaum
Barock um 1760
Maße: H x B x T: 78 x 106 x 63 cm
Beschreibung:
Auf Quetschfüßen stehendes dreischübiges Möbelstück.
Mehrfach geschwungene und geknickte Möbelfront mit massivem Sockel und Plattenrand.
Die Schubladen sind in Nussbaum furniert mit je drei Esche gerahmten Feldern aus Nussbaum-Maser. Felderungen in gleicher Manier sehen wir auch auf den Seiten und der Deckplatte.
Saubere und zeitgemäße handwerkliche Qualität.
Wissenswertes:
Die meist mit übereinanderliegenden Schubkästen ausgestattete Kommode löst zu Beginn des 18. Jahrhunderts die Truhe im bürgerlichen Haushalt weitgehend ab.
Um die Entwicklung der Kommode besser zu verstehen, bedarf es der Untersuchung der Schublade und ihrer Bedeutung an früheren Möbeln.
Eine frühe Verwendung für die Schublade findet sich am Doppelschrank der Renaissance. Das Verständnis, Schubkästen als Aufbewahrungsraum zu nutzen, beschränkt sich auf die Lagerung von Preziosen, Kleingeräten oder Gegenständen, denen besonderes Augenmerk gilt und die getrennt von den üblichen im Hausstand verwendeten Gegenständen deponiert werden.
Bis zur Verwendung als Lagerbehältnis ist es für die Schublade noch ein weiter Weg. Zunächst noch hinter Türen versteckt, tritt die Schublade erst bei Kabinettschränken des späten 17. Jahrhunderts als eigenständiges, konstruktives Element auf, dessen Front auch zugleich gestalterische Funktionen übernimmt. Immernoch dient sie lediglich zur Aufbewahrung von Gegenständen, die von hohem Wert oder besonderer Bedeutung sind.
Erst mit der getrennten Aufbewahrung von Wäsche und Kleidung übernimmt der Schubkasten profanere Aufgaben. Dies führt schließlich zur Entwicklung der Kommode als eigenständiges Möbel, dem im 18. Jahrhundert auch zunehmend Bedeutung für die Raumkunst zukommt und mehr und mehr gilt ihr das gestalterische Augenmerk der Handwerker.
Die Kommode findet rasche und umfassende Verbreitung und wandelt sich zur dekorativ-technischen Herausforderung für Schreiner, Holzbildhauer und Metallhandwerker.
[Quelle: Uwe Dobler - Barock-Möbel - Bürgerliche Möbel aus zwei Jahrhunderten]
Zustand: Restaurierter und alltagstauglicher Zustand.
Ähnliche Kommoden finden Sie im Fachbuch:
Artikel gefunden unter: Kommoden

Süddeutschland
Nussbaum, Zwetschge
um 1760

Frankreich
Marmor, exotische Hölzer
Ende 19. Jahrhundert

Bourgogne (Frankreich)
Kirschbaum, Ölfarben
Directoire um 1800