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Matelo

Matelo - Der Matrose

Paris
Bronze (feuervergoldet und patiniert), Emaille
Empire um 1810


Maße: H x B x T: 37 x 30 x 11 cm

Beschreibung:
Acht-Tage Uhrwerk mit Schlossscheibe und Fadenaufhängung.
Schlag auf Glocke zur halben und vollen Stunde.
Breguetzeiger.
Zifferblatt signiert: Lefevre rue DeBelle a Paris.


Die pyramidal aufgebaute Hauptgruppe der Bronzeuhr wird von der Gestalt des jungen schwarzen Matrosen dominiert, der in lässiger Haltung den Ellbogen auf einen großen Tabakballen stützt und dabei eine Pfeife raucht. Die Pendule, bei der alle Elemente sowohl kompositionell als auch von ihrer Bedeutung her sinnvoll aufeinander bezogen sind, stellt eine Allegorie des Handels dar.

Die Pendule folgt mit ihrer Darstellung einer detaillierten Entwurfszeichnung, die mit "Michel, no. 120 aoust 1808 du dépot legal" beschriftet ist (Paris, Bibliothéque nationale, Cabinet d'Estampes, Album Le 30). Es handelt sich um den Bronzier Michel, der nach Tardy in Paris tätig war. Er führte seine Werkstatt 1812 in der rue Pastourelle und 1820 in der rue du Parc.

Die Bronzefigur ist von höchster Qualität, sowohl in Bezug auf die handwerkliche Technik wie auf die künstlerische Ausformung.
Durch die über Kreuz gestellten Beine, die Neigung des Oberkörpers und die Wendung des Kopfes nach rechts wirkt die Figur bewegt und trotzdem in sich ruhend. Die Muskulatur ist plastisch und anatomisch perfekt ausgearbeitet und kommt durch die schwarz glänzende Patinierung noch besser zur Geltung. Zu dem dunkel schimmernden Schwarz bilden die goldenen Oberarmreifen, die Pfeife und das Seil einen reizvollen Kontrast. Auch die hell leuchtenden Augen treten aus dem Dunkel auffällig hervor und lassen die Gestalt sehr lebendig erscheinen. Der Matrose zeigt sich in aller Schönheit ohne in eine starre Pose zu verfallen.

Die Qualität der Pendule zeigt sich auch daran, wie harmonisch die Figur des Matrosen mit der Gesamtkomposition verbunden ist. Während er sich an der rechten Seite dem Tabakballen zuneigt, lehnen an der linken Seite ein Anker, ein Steuerruder und ein Rumfass, die den Handel und die Schifffahrt symbolisieren. Sie flankieren so den zentralen Ballen, in den das Uhrwerk mit weiß emailliertem Zifferblatt integriert ist.

Der große Beutel mit Goldstücken, der auf dem Ballen steht, deutet an, dass der Handel mit Kolonialwaren ein recht einträgliches Geschäft war.
Auch der quaderförmige Sockel mit abgeschrägten Ecken ist in seiner Gestaltung ebenfalls ganz dem Thema Handel gewidmet: Die vier Füße sind als Rumfässer geformt und das Relief an der Vorderseite zeigt kleine geflügelte Putti, die in spielender Weise die Tätigkeiten des Handels mit Waren aus exotischen Ländern nachahmen. So rollt einer der Putti ein Rumfass auf ein Schiff, ein anderer transportiert emsig einen Tabakballen auf einer Schubkarre und ein weiterer häuft beflissen Goldstücke aufeinander und leistet harte Kontorarbeit. Auch die Appliken auf den abgeschrägten Ecken, Schreibfeder, Maß und Waage, gehören zu diesem Themenkreis.

Beschreibung:
In der Zeit von 1795 bis etwa 1815 entstand die wohl spektakulärste Gruppe von Bronzen: Die Pendulen "Au bon Sauvage" - Darstellungen vom "Edlen Wilden".

Heutige Betrachter reagieren auf die Objekte gleichermaßen fasziniert wie irritiert. Begeistert einerseits von der offensichtlichen Qualität der detailreich gearbeiteten Bronzen und dem Reiz des Exotischen, andererseits distanziert-vorsichtig auf Grund der möglichen Diskriminierung, die dahinter vermutet wird. Die Ambivalenz dieses Gefühls motiviert die Suche nach den Entstehungsbedingungen dieser Pendulen.
Die Europäer fanden ihr neues Ideal vom Naturmenschen vor allem in fiktiven und realistischen Reiseberichten über die Indianer Nordamerikas, die schwarzen Afrikas und die Südseeinsulaner. Einige dieser Werke gelten noch heute als Weltliteratur, man denke an Jonathan Swifts "Gullivers Reisen" (1726) oder Daniel Defoes "Robinson Crusoe" (1719).

Die Pendulen "Au bon Sauvage" sind als Zeichen der Bewunderung für das Exotische ein typisches Merkmal der Aufklärung des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Sie zeigen die Sehnsüchte einer bis dahin europazentrierten Gesellschaft, die vor allem durch die Entdeckung der Seefahrt und durch die Revolution 1789 gedrängt wurde, über den gewohnten Horizont hinauszublicken.

[Quelle: Elke Niehüser - Die französische Bronzeuhr S. 140-143]

Preis: Den Preis dieser Uhr nennen wir Ihnen gern auf Anfrage.

Dieses Objekt ist in verschiedenen Fachbüchern abgebildet, u.a.:
Elke Niehüser - Die französische Bronzeuhr Abb. 231
Giacomo et Aurélie Wannenes - Les plus belles pendules francaises S. 313

Der Uhrmacher Lefevre ist in der Literatur verzeichnet:
Brian Loomes - Watchmakers and Clockmakers of the World S. 474

Artikel gefunden unter: Uhren

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