England
Mahagoni
frühes 20. Jahrhundert
Maße: H x B x T: 79 x 60 x 55 cm
Beschreibung:
Auf Rollen gelagerter Beistelltisch mit konisch zulaufenden Vierkantbeinen und auffallend hoher Zarge.
Die Zargenteile sind in Mahagoni furniert und durch mehrgliedrige Fadeneinlagen jeweils einfach gefeldert. Eine entsprechende Gestaltung findet sich auch auf der zweiteiligen Deckplatte.
Durch Aufklappen der beiden Deckplattenelemente fährt automatisch ein hinter der Zarge verborgenes Fach empor. Das Tischchen entpuppt sich so als Serviertisch mit integriertem Barfach. Dieses bietet Platz für vier größere und sechs kleinere Gläser sowie für zwei Karaffen und verfügt zudem über ein herausnehmbares Henkelfach zur Aufbewahrung von Flaschenöffnern und ähnlichen Utensilien. Im Lieferumfang sind die beiden originalen Karaffen enthalten.
Die beiden Karaffen zeigen ein facettiertes Dekor, das auf den ersten Blick wie ein Schliff wirkt. Bei näherer Betrachtung handelt es sich aber nicht um nachträglich geschliffenes Glas, sondern um sogenanntes Pressglas, bei dem die Dekorstruktur bereits während der Herstellung in eine Metallform eingeprägt wird. Die gleichmäßige Wiederholung der Facetten sowie deren vergleichsweise weiche Kanten sind typische Merkmale dieses Verfahrens.
Bei der Produktion wird die Glasschmelze in eine zweiteilige Metallform eingebracht und mittels eines Pressstempels in die gewünschte Form und Ornamentik gedrückt. Nach dem Entformen konnten die Stücke zusätzlich feuerpoliert werden, wodurch die Oberfläche geglättet und der Glanz erhöht wurde. Dieses Verfahren ermöglichte eine serielle Fertigung bei zugleich dekorativ anspruchsvoller Gestaltung.
Die Technik des Pressglases wurde bereits in den 1820er Jahren entwickelt und fand ab der Mitte des 19. Jahrhunderts weite Verbreitung in Europa. Um die Jahrhundertwende war sie technisch so ausgereift, dass sie gezielt zur Nachahmung von Schliffdekoren eingesetzt wurde. Gerade bei Gebrauchs- und Tafelglas, wie Karaffen und Trinkservices, war diese Herstellungsweise gängige Praxis.
Am rückwärtigen Plattenrand befindet sich eine eingelassene Plakette mit der Aufschrift „Best London Make“. Dabei handelt es sich nicht um eine konkrete Herstellerangabe, sondern um eine Qualitäts- bzw. Herkunftsbezeichnung, wie sie im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert insbesondere bei englischen Exportwaren verwendet wurde. „London“ fungierte hierbei als Gütesiegel für handwerkliche Qualität, vergleichbar mit Bezeichnungen wie „á Paris“ im 19. Jahrhundert oder „made in Germany“ im späten 20. Jahrhundert.
Das eingelassene Schloss ist auf der Platte mit „Bramah London“ gestempelt und verweist auf die Londoner Manufaktur, die seit dem späten 18. Jahrhundert für technisch anspruchsvolle Schließmechanismen bekannt ist. Es handelt sich um ein Doppelriegel-Schloss, wie es im 19. und frühen 20. Jahrhundert typischerweise bei Schatullen oder klappbaren Näh- und Spieltischen Verwendung fand.
Zustand: Restauriert und mit Schellack handpoliert.
Preis: 2350,-€
Artikel gefunden unter: Tische
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Frankreich
Mahagoni
um 1800

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Nussbaum
Ende 19. Jhdt.

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Bronze, Marmor
um 1830