England
Palisander, Ahorn
Mitte 19. Jahrhundert
Maße: H x D: 75 x 65 cm
Beschreibung:
Außergewöhnlicher und in dieser Feinheit nur sehr selten zu findender Beistelltisch aus der Zeit um 1850.
Auf einer dreibeinigen Unterkonstruktion erhebt sich ein als Korkenziehersäule ausgearbeiteter Mittelfuß. Die Platte ist abklappbar und kann so, ähnlich wie ein Gemälde auf einer Staffelei, präsentiert werden. Und das aus gutem Grunde, denn die Tischplatte ist ein Meisterwerk der Marketerietechnik.
Die Zarge der kreisrunden Tischplatte ist mit einem geometrisch gewundenen Band und begleitenden Fadenintarsien dekoriert. Dieses Band wiederholt sich im äußeren Bereich der Tischplatte und wird dort von feinen Filetbändern eingefasst. Das Zentrum der Tischplatte bildet eine Architekturszene mit einem großen, zweigeschossigen klassizistischen Gebäude. Eingefasst wird die Darstellung von einem feinen Mäanderband sowie einem umlaufenden Rahmen mit Tunbridge-Marketerie.
Auf der Tischplatte befinden sich darüber hinaus acht weitere Marketeriefelder. Dargestellt sind vier unterschiedliche Szenen mit Schlitten und Sänften sowie vier ovale Medaillons mit zwei Küstenansichten, einem Schiff und einer weiteren Architekturszene.
Wissenswertes:
Die sogenannte Tunbridge Ware, im Deutschen auch als „Englisches Mosaik“ bezeichnet, ist eine in Tunbridge Wells, Kent, entwickelte englische Einlegetechnik.
Hierfür wurden fein zugerichtete Stäbe verschiedener Holzarten zu einem gemusterten Block verleimt und anschließend quer zur Faserrichtung in dünne Mosaikfurniere zersägt. Die so gewonnenen Mosaikblätter fanden Verwendung als Mosaikbänder und dekorative Bordüren.
Ihre kunsthandwerkliche Blütezeit erreichte die Technik um die Mitte des 19. Jahrhunderts: Neben geometrischen Mustern entstanden zunehmend aufwendige Darstellungen von Blumen, Vögeln, Tieren und schließlich auch Landschaften und Architekturansichten. Die Herstellung solcher figürlichen Mosaiken erforderte höchste Präzision und Geduld.
Die Weiterentwicklung der Schneidetechnik ermöglichte im weiteren Verlauf eine rationellere Herstellung. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Tunbridge Ware unter anderem für Souvenirobjekte verwendet, auf denen berühmte Schlösser, Kirchen und andere Sehenswürdigkeiten in dieser feinen Mosaiktechnik dargestellt wurden.
Zustand:
Restaurierter Zustand mit einer Schellack Handpolitur.
Preis: 3750,-€
Interessantes zu der hier verwendeten Tunbridge Marketerie finden Sie in der folgenden Fachliteratur:
John Bly - English Furniture S. 117 ff.
Helmut Flade - Intarsia - Europäische Einlegekunst aus sechs Jahrhunderten S. 291-292
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Italien
Ahorn
um 1830

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Nussbaum
um 1900

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Nussbaum
Barock um 1760