Video Sekretär C.LEMARCHAND

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Empire Sekretär Abattant gestempelt C.Lemarchand
Empire Ormolu feuervergoldete Bronze Paris
Empire Ormolu feuervergoldete Bronze Paris
Schlüssel Empire sekretär
Empire Ormolu feuervergoldete Bronze Paris
Empire Sekretär Abattant gestempelt C.Lemarchand
Geheimfach Sekretär
versteckte Schublade Sekretär
originales altes Leder
originales Leder 19. Jahrhundert
19. Jahrhundert Empire Sekretär Abattant gestempelt C.Lemarchand
Bronze Beschläge
Mahagoni Sekretär
Stangenschloss Empire
Nut und Feder
Schlagstempel C.LEMARCHAND

Antiker Empire Sekretär - gestempelt C. LEMARCHAND

Paris
Mahagoni, feuervergoldete Bronze
frühes 19. Jahrhundert


Maße: H x B x T: 138 x 98 x 48 cm

Beschreibung:
Hochfeines Empire Schreibmöbel in meisterhafter Qualität mit herausragendem Bronzezierat und besonderer technischer Raffinesse.

Die Möbelfront ist in strenger Symmetrie gestaltet. Das sorgfältig ausgewählte Mahagoni-Furnier ist in perfekter Spiegelbildlichkeit verlegt und erzeugt mit seinem Maserungsverlauf ein geschlossenes, harmonisches Gesamtbild. Der dunkle Holzton bildet einen wirkungsvollen Hintergrund für die sauber gegossenen, fein nachziselierten und sorgfältig feuervergoldeten Beschläge.

Die Bronzezier ist reich an symbolischen Motiven und entspricht dem Geschmack der wohlhabenden Pariser Kundschaft jener Zeit.
Geflügelte Amoretten stehen sinnbildlich für Liebe, Harmonie und eine idealisierte Lebenswelt; Fruchtkörbe und Girlanden symbolisieren Fülle, Wohlstand und Fruchtbarkeit. Besonderes Augenmerk verdienen auch die Schmetterlinge, die in der antiken Vorstellungswelt mit Psyche verbunden sind und als Sinnbild der Unsterblichkeit des Geistes gelesen werden können.

Besonders bemerkenswert ist das Eingerichte des Sekretärs. Gesichert wird es durch ein zweiriegeliges Schloss, dessen Schlüssel mit kleeblattförmig ausgearbeitetem Schaft noch original vorhanden ist.
Hinter der mit wunderbar erhaltenem Leder bezogenen Schreibfläche baut sich ein architektonisch gegliedertes Innenleben mit fünf Schubladen unten, einem von Pilastern flankierten offenen Fach sowie einer darüberliegenden breiten Schublade auf.
Unterhalb der zentralen Schublade verbirgt sich ein doppelter Boden, der über einen versteckten Druckmechanismus entriegelt wird. Durch Federkraft unterstützt, öffnet sich das Fach selbsttätig und gibt den Blick auf zwei weitere Schublädchen frei.
Besonders außergewöhnlich sind jedoch zwei zusätzliche Reihen von Geheimfächern, die vollständig in die Korpuswand integriert sind. Ihre Entriegelung erfolgt über einen unsichtbar verborgenen Druckpunkt hinter den feuervergoldeten Kapitellen; erst durch dessen Betätigung springen die Schubladen selbsttätig hervor. Ein in dieser Form absolut außergewöhnliches und sehr seltenes Patent.

Unterhalb des Schreibfaches befinden sich, hinter zwei Türen verborgen, drei weitere breite Schubladen. Die rechte Tür wird durch ein massives Stangenschloss gesichert, das nach oben und unten in entsprechende Gegenstücke riegelt. Dadurch, dass die Türen mit Nut und Feder ineinander greifen, konnte hier bewusst auf eine die Optik störende Schlagleiste verzichtet werden; dieses Detail ist in einem der beigefügten Fotos gut zu erkennen.

Den oberen Abschluss des Möbelstückes bildet eine lose aufgelegte Platte aus belgischem Granit. Zur Seite geschoben zeigt sich auch hier die hervorragende handwerkliche Verarbeitung des Möbels mit äußerst sauber gearbeiteter Zinkung und gut ausgewähltem Konstruktionsholz.

Unterhalb der linken Korpusseite offenbart sich in Form des Schlagstempels - C.LEMARCHAND - der Erschaffer dieses meisterhaft gefertigten Möbels.

Wissenswertes:
Charles-Joseph Lemarchand (1759–1826) wuchs in Dieppe an der Atlantikküste auf. Bereits ab 1785 lebte er in Paris, wo er am Vorabend der Revolution im Jahr 1789 in den Meisterstand aufgenommen wurde. Er wohnte in der Rue du Faubourg Saint-Honoré in der Nähe des berühmten Ebenisten Pierre Roussel, mit dessen Familie er durch Heirat verbunden war; möglicherweise absolvierte er seine Meisterlehre bei seinem Schwager Pierre-Michel Roussel, der im Jahr 1795 zudem sein Trauzeuge war.
Im Jahr 1791 lieferte Charles-Joseph Lemarchand dem königlichen Garde-Meuble mehrere Arbeiten, darunter etwa zwanzig Kommoden für das Schloss Schloss Saint-Cloud. Und bei der Hochzeit 1795 wurde sein Geschäftsvermögen bereits auf 80.000 Livres geschätzt, ein deutlicher Hinweis darauf, welche Bedeutung seine Werkstatt in nur wenigen Jahren erlangt hatte.

Die Werkstatt Lemarchand bestand bis 1852. Charles-Joseph, der das hier angebotene Möbel fertigte und stempelte, wurde ab 1815 von seinem Sohn Louis-Édouard Lemarchand unterstützt, der unter anderem dadurch berühmt wurde, dass er an der Ausführung des Prunksarges für Napoleon Bonaparte im Invalidendom beteiligt war.

Mit (C.)LEMARCHAND signierte Möbel befinden sich heute in bedeutenden musealen Sammlungen, darunter etwa im Musée des Arts Décoratifs, im Musée Carnavalet, im Musée National du Château de Compiègne sowie im Musée National du Château de Fontainebleau.

Zustand: Wunderbarer Erhaltungszustand. Restauriert und mit Schellack poliert.

Preis: 13500,- €

Mehr über die Ebenistenfamilie Lemarchand finden Sie in folgender Literatur:

Denise Ledoux-Lebard - Le mobilier français du XIXe siècle - Dictionnaire des ébénistes et menuisiers ab S. 409

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